Kato Alissos – Korrouta

Korrouta

Obwohl wir eigentlich noch einen Tag ausruhen wollten, beschließen wir doch etwas weiter zu fahren. Zu zweit wäre der Platz vielleicht noch einen Tag wert gewesen, aber der Kieselstrand bietet für Jakob wenig Zerstreuung, und mit dem Meer kann er nichts anfangen.

Also packen wir unsere Sachen, und machen uns auf nach Süden – dort wo lange, langweilige Sandstrände dem Kind die Beschäftigung bieten die wir uns verdient haben. Nachdem der Nordwesten wegen angeblicher Gelsenprobleme per se ausscheidet, halten wir gleich ein Stück nach Süden. In der Nähe von Pirgos soll es einen netten Campingplatz mit Reisebüro-Sandstrand geben, mit dem wir es versuchen wollen.

Die Fahrt dorthin entlang der Bundesstraße 9 entpuppt sich als ereignislos, wenn auch – zumindest für den Fahrer – nicht langweilig. Also die Straße ist langweilig, der Straßenrand und die Landschaft sind langweilig, aber die griechischen Autofahrer sind es nicht. Es gibt eine Unzahl von Geschwindigkeitsbegrenzungen, deren offensichtlicher Sinn es ist die langweilige Landschaft farblich aufzuwerten. Die Einheimischen fahren jedenfalls in jeder Geschwindigkeit die sie für gerade angemessen halten. Seien das nun 160km/h oder 20km/h. Allen die unter 90km/h fahren sei allerdings geraten den sehr großzügig bemessenen Pannenstreifen zu verwenden – sonst gibt es aufmunterndes Hupen von hinten. Was aber natürlich nicht bedeutet, dass auf dem Pannenstreifen nicht manchmal jemand spazieren geht, einen Gemüsestand errichtet hat, oder ein suizidaler Hund im Schatten döst. Streng genommen fährt man also chronisch in Schlangenlinien bei ca. 90km/h und 40° Außentemperatur. Ich hatte schon entspannendere Fahrten.

Camping Korrouta
Camping Korrouta

Diesmal erreichen wir den Platz ohne gröbere Ausflüge ins Hinterland – wahrscheinlich weil wir die Elektronik beiseite lassen, und Julia ganz analog mit einer gewöhnlichen Karte navigiert. Der Campingplatz von Korrouta erweist sich als nett, wenn auch etwas bieder, und lockt mit Mini-Market, Restaurant, schattigen Plätzen und Frühstück ab 8:30 auf (in Griechenland wahrlich kein Standard, aber wer ein Kind mit juveniler Bettflucht hat, wird es zu schätzen wissen).Das echte Highlight ist aber der Strand. Lang, fein, weiß, mit ein paar zum Platz gehörigen Schirmen und Liegen. Genau die Sorte Strand die wir als Alleinreisende mitleidig belächelt haben, aber die Zeiten ändern sich eben. 

nur nicht nass werden
nur nicht nass werden

Jakob geht in den ungeahnten Möglichkeiten die ihm die größte Sandkiste seines Lebens bietet restlos auf (auch wenn er noch einen gewissen Respektabstand zum nicht ganz ruhigen Meer behält), und so können wir die Entspannung vollends genießen. Zudem fließt genau beim Campingplatz ein eiskalter Bach durch den Strand ins Meer, was die Spiel-, und Abenteuermöglichkeiten natürlich potenziert.

Abendstimmung
Abendstimmung

Nachmittags schaue ich in den Mini-Market, der wirklich alles bietet was das Herz begehrt, solange es Bier, Wein, Wasser, oder kleine Süßigkeiten begehrt. Leider begehrt mein Herz aber Zigaretten, weshalb man mich zum nächsten Kiosk schickt. Den Strand knapp 500m weiter nach rechts, beginnt nämlich eine vollkommen unmotivierte Vergnügungsmeile mit Strandkabanen, Rettungsschwimmern, Restaurants, Cafes, Nachtclubs und eben auch einem Kiosk. Genau besagte Nachtclubs (also zumindest einer davon), sind aber der große Wermutstropfen an diesem Campingplatz.

Abends dröhnt von dort – wenn die Eingangstüren des Clubs geöffnet werden – der schlechteste Dancefloor seit H.P. Baxxter zu uns herüber, immer wieder unterbrochen vom griechischen DJ, der vermutlich Dinge wir „es tut mir leid“ und „man zwingt mich diese Musik zu spielen“ in sein Mikro brüllt. Vielleicht werde ich alt, oder mein Geschmack wird anspruchsvoll, aber das nervt schon ein wenig. Und wenn wir schon bei den Nachteilen sind: es gibt hier Gelsen. Nicht viele, aber dafür bissige, sowie Fliegen. Nicht bissig, aber viele. Unglaublich viele.

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