Playa de Meron - Poo

Kein Regen heute Nacht, keine Gelsen im Bus, kein Sturm – ganz ungewohnt schlafen wir friedlich bis 10:00 durch. Das „de Meron“ sperrt gegen 11:00 auf, genau wie die Klos am Strand, und wir verbringen einen eher geruhsamen Vormittag in der Sonne. Die rote Fahne ist noch immer aufgezogen, was bedeutet, dass wir die Boards mehr zur Zier mit uns herumschleppen, aber es ist belustigend zu beobachten wie die Strandwächter in einer ewigen Sisyphusarbeit die anderen Kinder mit Boards alle paar Minuten irgendwo auf den 5km Strand aus dem Wasser pfeifen. Um ins spanische Baywatch Team aufgenommen zu werden sind offenbar weniger gute Schwimmeigenschaften gefragt, sondern eher die Fertigkeit laut und oft auf den Fingern pfeifen zu können.
Am frühen Nachmittag werden die Wolken aber dann wieder dichter und wir beschließen den Strand zu verlassen um im Landesinneren die legendären Picos de Europa zu bestaunen.

Picos de Europa

Die Route führt bei Pesues ins Land, um uns dann als AS114 die  Nordflanke der 2 ½ tausender entlang zu geleiten. Ein malerischer Weg auf einer gut ausgebauten Straße durch das wildromantische Tal des Rio Deva. Bei Las Arenas erblicken wir dann die imposanten Hänge der Picos de Europa – also zumindest der untere Teil der Hänge ist imposant. Vermutlich sind auch die Gipfel imposant und gemeinsam wären sie dann beeindruckend, aber die Feiglinge haben es vorgezogen sich hinter dichten Wolken zu verstecken.

Poo

Wir folgen der Route dann auch nicht bis zum Ende, sondern biegen auf der AS115 wieder nach Norden ab um auf einem der Campingplätze zwischen Barro und Llanes zu schlafen. Duschen wäre wieder einmal eine gute Sache.

Aber sämtliche Plätze die wir finden, und es sind nicht eben wenige an diesem Küstenstreifen, sind voll und würden bestenfalls noch Platz für ein Zelt anbieten. Der erste der uns aufnimmt liegt bezeichnenderweise in einem kleinen Ort namens Poo – das hätte uns eigentlich als Warnung reichen sollen! Der Platz ist mit 18,50€ recht günstig, aber damit erschöpfen sich die offensichtlichen Vorteile auch schon wieder.

Aufgrund der offensichtlichen Raumnot parken wir mehr oder weniger im Vorgarten eines anderen Zeltes – gut dafür kann der Platz jetzt nichts – aber das es nur ein Haus mit Klos/Duschen gibt, welches zudem eine gute Wanderung entfernt liegt, dafür schon. Klopapier ist netterweise vorhanden, dafür muss man sich, und dass ist neu, die Klobrillen offenbar selber mitbringen. Ich habe schon an viele Dinge gedacht, die wir im nächsten Urlaub zusätzlich einpacken sollten, jetzt muss offenbar auch noch eine Klobrille auf die Liste.
Der nächste Tiefschlag sind die Duschen! Die sind zwar an sich in Ordnung, aber nur solange man es vorzieht kalt zu duschen. Heißwasser schlägt sich nämlich mit 1€ zusätzlich zu Buche. Dabei soll eine Münze laut Auskunft der Rezeption für 7-8 Minuten ausreichen, eine Zeitangabe, die wir so nicht unbedingt bestätigen können. Julia schafft es gerade bis zur Haarwäsche, ich kämpfe ohnehin mit dem Wasserstrahl, da man erstaunlicherweise seine Duschköpfe auch selber bringen muss.

Netterweise geht wenigstens die Straßenbeleuchtung die unseren Bus in heimeliges Licht taucht gegen 12:00 aus – was die ansässigen Dauercamper nicht hindert ihre Gartenzwergfestungen durchgehend bis zur Morgendämmerung in Flutlicht zu baden – zumindest findet man so um 3:00 früh sehr leicht den Weg zum Klo (hatte ich schon erwähnt, dass der weit ist?)

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