Bregenz - Cuneo

Wir verlassen den Campingplatz erst relativ spät und gelangen über Liechtenstein problemlos in die Schweiz. Nachdem die Eidgenossen allerdings 30€ für ihre kümmerlichen 10km Autobahn wollen, verzichten wir und nehmen die Bundesstraße. Über die Schweiz kann man ja ohnehin drüberspucken und das bisschen Bundesstraße wird uns wohl auch nicht weiter im Zeitplan zurückwerfen.

Für etwaige Nachahmer: die 30€ sind gut investiert!!

San Bernadino

Beschilderung ist zwar recht brauchbar, aber die „Bundesstraße“ spottet jeder Beschreibung! Stellenweise gut ausgebaut, verjüngt sie sich unvermittelt zu einem kleinen Güterweg (kein Bankett, Single-Track-Road), der sich malerisch 3m neben der vierspurigen Autobahn dahinschlängelt. 1x fahren wir sogar unabsichtlich auf die Autobahn auf, da wir die Bundesstraße einfach nicht als Straße im herkömmlichen Sinn identifizieren konnten. Wir hielten sie für eine Hofeinfahrt!

San Bernadino

Einziger Lichtblick: der der San Bernadino-Pass. Wer Serpentinen nicht scheut (stark befahrene Serpentinen) wird mit einem grandiosen Ausblick auf ein Hochplateau inklusive malerischem See belohnt. Wenn man im Vorfeld die 30€ Autobahnmaut gescheut hat, dann bleiben einem ohnehin nicht allzu viele Möglichkeiten – der Tunnel ist Teil des Autobahnnetzes und folglich vignettenpflichtig.

Wir kommen am frühen Nachmittag in Locarno an, wo Julia zum ersten Mal in diesem jungen Urlaub lernt, was Leiden ist. Die Filmfestspiele sind schon aufgebaut, beginnen aber erst in einigen Tagen. Mein Glück; sonst hätte ich den Urlaub in der Schweiz verbracht!

Lago Maggiore & Po-Ebene

Castelli di Cannero

Weiter geht die Fahrt auf italienisches Gebiet die Straße den Lago Maggiore entlang – wunderschöne Straße, wunderschöner See, wunderschöne Villen - weniger wunderschöne Straßenbreite und gar nicht wunderschöner Gegenverkehr. Leider trübt mir der Angstschweiß zeitweise erheblich die Sicht!

Nachdem auch diese kleine Schwierigkeit überwunden ist, geht’s nicht ganz problemlos (schlechte Beschilderung) auf die Autobahn Richtung Süden.

Dazu sei angemerkt: Italienische Autobahnen sind a) teuer b) überraschend gut ausgebaut und c) immer im Wachstum – wobei vor allem c) für enorm viele Baustellen sorgt. Da ich aber wie eingangs erwähnt mit dem Bus ohnehin aus Gründen der Bequemlichkeit und internen Kommunikation die 100km/h kaum überschreite, fällt Punkt c nicht so unangenehm auf.

Langsam dämmert uns der Abend entgegen und wir stehen vor der Entscheidung, entweder Wildcampen in der westlichen Poebene oder solange wie möglich Richtung Val de Tenda und dann auf einen Campingplatz.

Da ein Ausblick rechts und links der Autobahn außer flachem, feuchtem Land und vermutlich einer Unzahl Gelsen wenig verspricht, entscheiden wir uns für den langen Weg…

Cuneo

Mit vielen, vielen Kaffeepausen (Tankstellen in Italien schließen nachts auch auf Autobahnen, die Autogrill-Läden daneben seltsamerweise nicht) erreichen wir – also Julia noch ziemlich im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte, ich eher etwas ferngesteuert – Cuneo.

Cuneo
ein nicht so lauschiger Platz

Dort gibt’s, wenn man der Straße Richtung Val de Tenda quer durch die Stadt folgt, irgendwann ein Schild mit Camperlogo & „Parking“. Der Stellplatz mit Brauchwasserablass liegt minder idyllisch zwischen der Eisenbahn, einem Sportklub und dem Sportplatz und ist zwar nicht sehr lauschig, aber als Abschluss einer langen Etappe durchaus akzeptabel.

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