Perigueux - Mutriku
Perigueux
Der Tag beginnt mit einem unerhörten Erfolgserlebnis. Um 8:00 läutet der Wecker, um 8:05 ist die Gelse ein kleiner hässlicher Blutfleck in meiner Hand. Weidmannsheil, du Landplage!
Nach einem kurzen Morgenkaffee in der Stadt, werfen wir uns wieder feigerweise auf die Autobahn Richtung Bordeaux, wo wir die Stadtumfahrung überraschenderweise beim ersten Anlauf schaffen. Von dort erwartet uns die entsetzlich ereignislose, sowie (um die Ereignislosigkeit zu unterstreichen) geradlinige N10 nach Süden. Endlich rückt das Meer in greifbare Nähe.
Wir passieren die Grenze nach Spanien bei Irun, und bleiben noch bis Zarautz auf der spanischen Autobahn. Dort wollen wir, endlich am Meer, kurz unsere Füße ins Wasser stecken und ein wenig essen.
Leider bietet Zarautz zwar eine Menge Meer, aber eine der Masse des Atlantik nicht angepasste Menge an Parkplätzen, weshalb wir kurzerhand umdisponieren. Abgesehen vom Grand Camping Zarautz, auf dem wir ja schon vor 2 Jahren auf einer von Campingmarodeuren requirierten Weide nächtigen durften, gibt es im Ort noch einen Platz. Nur 200m vom Strand wäre er eigentlich perfekt, was leider auch andere so sehen, weshalb er auch komplett belegt ist. Also zurück zu dem was wir kennen.
Die Küstenstraße nach Mutriku ist reizend wie immer und wir folgen ihr bis Playa Saturraran, wo wir endlich nach 4 Tagen Fahrt mit dem Atlantik in Berührung kommen! Eine kleine Jause an dem wohlbekannten Ort wirkt Wunder auf langstreckenzermürbte Nerven, einzig das die ehemaligen Travellerschlafplätze an der Hinterseite des Parkplatzes mit riesigen Steinquadern verstellt wurden - augenscheinlich um den Bussen das Parken hier zu erschweren - trübt die Freude ein wenig.
Camping Galdona
Nach dem Snack fahren wir hoch auf den „Camping Galdona“, wo wir, experimentierfreudig wie wir nun einmal sind, praktisch auf den Meter genau denselben Platz wie vor zwei Jahren belegen.
In einem Anfall kompletter Selbstüberschätzung wage ich dann noch den erstmaligen Aufbau unseres neu erworbenen Vorzeltes, welches aufgrund des bis jetzt wirklich unglaublich notwendigen Dachgepäckträgers (bislang hat er als einzigen merkbaren Beitrag zu unserem Urlaub den Verbrauch von 8 Liter auf beinahe 10 gehoben), etwas weit abseits der Herstellervorgaben installiert werden muss. Aber siehe da, es hält! Und solange es nicht regnet oder der Wind geht wird es ein hervorragender Schattenspender.
Ca. 10 Minuten später setzt erwähnter Wind ein, dann Blitz und Donner, dann folgt der Regen! Aus reiner Sturheit halten wir noch einige Zeit unter dem Zelt aus, aber nachdem es ernstlich beginnt undicht zu werden, bauen wir mein ingenieurtechnisches Meisterwerk doch wieder ab, und lassen der Natur ihren Lauf.
Julia liest im Bus und ich ziehe mich zum Schreiben und um Zigaretten zu kaufen in das platzeigene, etwas laute Cafe zurück. Zigarettenpreise sind in diesem Land übrigens eine Wohltat für verarmte Raucher, allerdings sind die Automaten recht eigenwillig (oder zumindest ist es der in Galdona). Er akzeptiert zwar alle Münzen, aber nicht mehr als zwei von einer Sorte! Hat man also beispielsweise bereits zwei 10Cent Münzen eingeworfen, nimmt das Gerät keine dritte mehr an und man muss mit 2 5Cent Stücken substituieren, womit auch die 5Cent gestrichen sind. Kluge Menschen sollten sich vorher an einen Tisch setzen und sich genau überlegen wie sie ihr Geld aufteilen um auf die entsprechende Summe zu kommen.